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Die Königsbacher Brauerei wurde 1689 in der Innenstadt von Koblenz gegründet. Dort ist bis heute noch das Brauhaus vorhanden, das inzwischen aber ein Restaurant geworden ist. 

Die ersten Gebäude am heutigen Standort an der Königsbach wurden 1885 eröffnet. 1972 ging das 15 Stockwerke hohe Tankhochhaus in Betrieb. Es gehört immer noch zu den höchsten in Europa. Dort konnten 15 Millionen Liter Bier gelagert werden. 1974 liefen die ersten automatisch befüllten Edelstahlfässer vom Band. Es war die erste Anlage dieser Art in Deutschland. Im selben Jahr wurde die hauseigene Kläranlage eingeschaltet. 

Ab 1992 gab es es dann eine Kooperation mit Karlsberg im Saarland. Damals hatte die Brauerei noch eine Kapazität von einer Million Hektoliter pro Jahr. Ab 2010 übernahm Bitburger die Rechte für Vertrieb und Marke für das „Königsbacher“ und „Nette Pils“. Beide wurden aber weiterhin an der Königsbach gebraut und zwar rund 170.000 Hektoliter, insgesamt lag die Kapazität bei nur noch 800.000 Hektoliter.

2012 ist der Standort an der Königsbach von Karlsberg an zwei Privatpersonen in Koblenz verkauft worden. Sie gründeten die „Koblenzer Brauerei GmbH“. Es wurden die üblichen Sorten gebraut, parallel zu den Bieren für Bitburger. Die maximale Kapazität damals: 350.000 Hektoliter.

Während der Brauereibetrieb noch lief, wurde das Gelände 2018 an einen bayerischen Investor verkauft. Der hatte große Pläne: hunderte Miet- und Eigentumswohnungen sollten dort entstehen, das Tankhochhaus sollte zu einem Hotel umgebaut werden. Zudem gab es die Idee, auf dem Areal mit den alten Klinkerbauten eine Erlebnisbrauerei zu bauen. Die Planungen dazu kamen vom Frankfurter Büro Albert Speer+Partner.

Die Corona-Zeit hat der Brauerei besonders zugesetzt. Gezahlt wurden rund eine Million Euro an staatlichen Beihilfen. Zeitweise war auf dem Gelände auch ein Corona-Testzentrum eingerichtet.

Am 20.November 2023 wurde ein Insolvenzantrag für „Koblenzer Bier“ gestellt. Die Suche nach einem Investor war erfolglos. Und so kam das endgültige Ende für den Braubetrieb im Januar 2024, mangels Masse. Insolvenzverwalter Alexander Jüchser sagte damals, die Insolvenz sei gekommen, weil über zehn Jahre nicht mehr in moderne Technik investiert worden sei. Und das Grundstück gehöre einem Investor und nicht der Brauerei selbst. Um wenigstens Geld für Restgehältter und den Sozialplan zu bekommen, wurde das Inventar der Brauerei über eine Internetauktion angeboten. Mehr als 360 Positionen standen zur Versteigerung. Dazu gehörten zum Beispiel die Kupferhauben der Braukessel. Die Startpreise lagen zwischen einem bis zu 200.000 Euro. Mit dabei waren auch Maschinen wie eine Flaschen-Abfüllanlage, eine Etikettiermaschine oder Kühlanhänger. Über die eingenommene Summe ist nichts bekannt. Die "Rhein-Zeitung" hat auf Youtube kurz über die Versteigerung berichtet.

Teile der „Koblenzer Bier“-Sorten werden bis heute gebraut. Sie entstehen bei der Brauerei Königshof in Krefeld.

Wie es mit dem Areal weitergeht, ist unklar. Die Gebäude werden teilweise aufgeräumt. Der SWR hatte online noch Ende 2024 berichtet, dass im ersten Halbjahr 2025 mit Abrissarbeiten begonnen werden sollte. Davon war zum Zeitpunkt der Aufnahmen nichts zu sehen. Der SWR schrieb außerdem noch einmal: "Der Investor plant eigenen Angaben zufolge, im ehemaligen Tankhochhaus entweder ein Hotel, Büros oder auch Studentenappartements einzurichten. Unklar ist noch, ob eine kleine Braustätte gebaut wird." Und: "Mehrere hundert Millionen Euro sollen investiert werden. Außerdem hat er sich zum Ziel gesetzt, bis zur Bundesgartenschau 2029 mit den Arbeiten für das neue Quartier rechts und links der B9 fertig zu sein." (Quelle: SWR-Online)

Im November 2025 wurde in der Ortsbeiratssitzung von Koblenz-Stolzenfels bekannt, dass es Gespräche über die Wiederbelebung des Bauprojektes gebe. Baudezernent Lukas berichtete ausführlich darüber. Im Mittelpunkt stehe der Ankerinvestor Oleg Schumacher. Er trägt laut Lukas derzeit die laufenden kosten. 

Die Bilder entstanden im März 2026.