1899 ist das kleine Rittergut Bockstadt entstanden, in Auftrag gegeben von Baron Herrmann August Alexander von Münchhausen . Nach seinem Tod erbte es 1922 Hermann Stettmunt von Brodorotti. 1939 zu Beginn des Zweiten Weltkriegs war auf dem Gelände ein Gerätelager der Wehrmacht eingerichtet. Außerdem wurden serbische und französische Kriegsgefangene im Schloss selber untergebracht. Die Gefangenen mussten in der Landwirtschaft mithelfen.
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die ursprünglichen Besitzer enteignet, für kurze Zeit die sowjetische Militärkommandantur im Schloss einquartiert. Später ist die 230 Hektar große Anlage an Neusiedler, Neubauern und Einheimische aufgeteilt worden. Der alte Schlossbau ist für den Bau der Neubauernhäuser vollständig abgerissen worden. Das Neue Schloss, das bis heute erhalten ist, diente als Auffanglager für Flüchtlinge und Umsiedler aus Ostpreußen, Schlesien und aus dem Sudetenland. Einige Räume des Schlosses, unter anderem der Keller, nutzte die sowjetische Kommandantur als Verhör- und Hafträume.
Zum Zeitpunkt der Aufnahmen 2025 stand die schlossartige Anlage schon 30 Jahre leer. Der Privatbesitzer hatte wohl einen Versuch unternommen, das Gebäude umzubauen. Unter anderem ist ein Aufzugsschacht zu finden. Es wurde aber nie vollendet.
Es gibt den Verein "Schloss Bockstadt", der sich für den Erhalt des Rittergutes einsetzt. Der schreibt auf seiner Webseite, dass der aktuelle Privatbesitzer sich mit dem Renovierungsaufwand verschätzt hat und deshalb einen Wiederverkauf anstrebt. Ein Käufer ist allerdings nur schwer zu finden beim jetzigen Zustand. Die Erben des Besitzers vor der Enteigung 1945, Graf Westerhold, wollen sich nicht am Erhalt beteiligen.
Die Bilder entstanden am 6.Juni 2025.



